Certified Copy
Zwei Menschen, ein Aufeinandertreffen, eine gemeinsame Geschichte – eine alltägliche Begegnung entwickelt sich zu etwas weitaus Größerem. Genau diese kleinen, aber bedeutsamen Momente sind es, denen sich heimkino im Januar zum Thema „A Breath in the Universe“ widmen möchte. Den Auftakt machte vergangenen Mittwoch „Certified Copy“ von Abbas Kiarostami. Ein elegantes Gedankenspiel, das sich als romantisches Drama tarnt, während es schleichend, aber konsequent grundlegende Fragen nach Identität, Nähe und Wahrhaftigkeit stellt.
„A Breath in the Universe“ - Januar 2026
Unser Universum ist rund 14 Milliarden Jahre alt. Der moderne Mensch existiert seit schätzungsweise 300 000 Jahren und ein einzelnes Menschenleben von durchschnittlich 80 Jahren ist im Zusammenhang dieses riesigen Kosmos wohl kaum mehr als ein Atemzug. Wie viele Milliarden Sterne mussten explodieren und wie viele Zufälle passieren, damit das eigene Leben nun ausgerechnet in seiner jetzigen Form existiert? Damit setzt sich heimkino im Januar unter dem Motto „A Breath in the Universe“ auseinander.
The Royal Tenenbaums
Es gibt Filme, die sich anfühlen, als würde man in fremden Erinnerungen blättern. Wes Andersons „The Royal Tenenbaums“ ist ein solcher Film: präzise arrangiert, eigenwillig im Ton und von einer stillen, seltsam warmherzigen Melancholie durchzogen, die sich langsam aber sicher in die Herzen des Publikums schleicht. Passender könnte der Abschluss des Dezembers zum Thema „Family Ties“ bei heimkino nicht sein.
„Family Ties“ - Dezember 2025
Wenn sich das Jahr dem Ende neigt, beginnt auch die Saison der sentimentalen Filmklassiker – jener Geschichten, in denen Konflikte magisch verschwinden und Familien selig vereint unter dem Weihnachtsbaum sitzen. Doch so stimmungsvoll dieses Ideal auch sein mag, ist es meist weit entfernt vom echten Leben. Genau hier setzt das diesjährige Dezember-Programm von heimkino unter dem Motto „Family Ties“ an: Statt die gängigen Harmoniebilder zu wiederholen, widmet sich der Monat dem, was Familie wirklich ausmacht – Nähe und Distanz, Liebe und Frust, Geborgenheit und Überforderung, Verwurzelung und Brüche.
Beyond the Infinite Two Minutes
Es gibt Filme, die lautstark verkünden, wie groß ihre Vision ist – und es gibt jene seltenen Werke, die mit einer unscheinbaren Idee eine ganze Filmwelt in Erstaunen versetzen. „Beyond the Infinite Two Minutes“ von Junta Yamaguchi gehört zweifellos zur zweiten Sorte. Gedreht in einem kleinen Café in Kyoto, entfaltet der Film eine Zeitreisegeschichte, die so verspielt wie präzise und so alltäglich wie kosmisch wirkt.
Donnie Darko
Als „Donnie Darko“ im Jahr 2001 in die Kinos kam, tat er das unter ungünstigen Vorzeichen: ein düsterer Film mit einem Flugzeugunglück nur wenige Wochen nach 9/11 – die Öffentlichkeit war kaum bereit dafür. Der Film war ein Kassen-Flop und doch hat er sich mehr als zwei Jahrzehnte später zu einem echten Kultfilm entwickelt und gilt heute als einer der prägendsten Independentfilme seiner Ära. Im heimkino-November zum Thema „Out of Time“ zeigte sich, warum der Film bis heute fasziniert.
Back to the Future
Vierzig Jahre sind vergangen, seit „Zurück in die Zukunft“ erstmals über die Kinoleinwände flimmerte. Passend zum Jubiläum lief der Film am 5. November, genau dem Tag, an dem Marty in die Vergangenheit reist, bei heimkino unter dem Monatsthema „Out of Time“. „Zurück in die Zukunft“ ist nicht nur eines der prägendsten Werke der Kinogeschichte, sondern auch ein Reflexion des ewigen menschlichen Wunsches, Vergangenheit und Zukunft zu beherrschen.
„Out of Time“ - November 2025
Zeit. Eine Uhr zeigt sie an, ein Kalender teilt sie ein, und doch scheint sie manchmal stehenzubleiben, sich zu dehnen oder rückwärts zu laufen. Sie ist allgegenwärtig – und gleichzeitig unbegreiflich. Schon Albert Einstein sagte: „Zeit ist relativ.“ Im November widmet sich heimkino-Köln diesem schwer fassbaren Phänomen. Unter dem Titel „Out of Time“ werden vier Filme gezeigt, die sich auf ganz unterschiedliche Weise damit auseinandersetzen.
Parasite
Als Regisseur Bong Joon Ho 2019 mit „Parasite“ die Filmwelt erschütterte, schien der Triumph vollständig: die Goldene Palme in Cannes und vier Oscars. Ein Werk, das sich zwischen Sozialdrama, Thriller und bitterer Komödie bewegt – präzise wie ein Skalpell, brutal ehrlich in seiner Beobachtung gesellschaftlicher Widersprüche. Im Jahr 2020 erschien schließlich die Black & White-Version, die heimkino im Oktober unter dem Motto „It Stains in the Family“ erstmals in Köln im Kino zeigte.
Incendies
Es gibt Filme, die sich anfühlen wie ein Schlag in die Magengrube. Denis Villeneuves „Incendies“ gehört zu dieser Art Kino. Der Film, der im Oktober die Reihe „It Stains in the Family“ bei heimkino eröffnete, zeigt mit bedrückender Klarheit, wie unausgesprochene Geheimnisse, politische Konflikte und persönliche Traumata unweigerlich in den Familienkreis hineinwirken. Statt die Familie als Zufluchtsort zu erzählen, entlarvt Villeneuve sie als Knotenpunkt von weitergegebenem Schmerz – und stellt damit die unbequeme Frage, ob man jemals wirklich frei von der Vergangenheit seiner Eltern sein kann.
„It Stains in the Family“ - Oktober 2025
Die einen haben die Nase ihres Großvaters, die Augen ihrer Tante oder das Lachen ihrer großen Geschwister, während die anderen das Trauma ihrer Mutter, die Ängste ihrer Großmutter oder die Wut ihres Vaters geerbt haben. Familie. Unter dem Titel „It Stains in the Family“ geht es im heimkino Köln diesen Oktober um das, was nicht vergeht. Um das, was wir nicht wählen, sondern erben – nicht in Form von Schmuck oder Immobilien, sondern in Form von Sorgen, Schweigen und seelischen Narben. Es geht um die Flecken, die bleiben und Wunden, die Generationen überdauern.
Midnight Cowboy
Nach seiner Veröffentlichung 1969 traf John Schlesingers „Midnight Cowboy“ das US-amerikanische Publikum wie ein Schock, indem er den American Dream gnadenlos an der Realität zerschellen lässt. Heute gilt das Werk nicht nur als Meilenstein des New Hollywood-Kinos, sondern auch als schonungslose Studie über Männlichkeit, Armut und die fragile Suche nach Nähe in einer Gesellschaft, die ihre Außenseiter fallen lässt.
The Great Escape
Als „The Great Escape“ 1963 in die Kinos kam, schien das Publikum bereits übersättigt von Weltkriegsfilmen. Und doch setzte Regisseur John Sturges mit seiner Verfilmung des gleichnamigen Tatsachenberichts von Paul Brickhill ein Monument, das bis heute begeistert. Dieser Film ist mehr als ein packendes Kriegsabenteuer – er ist eine Reflexion über Freiheitsdrang, Kameradschaft und die Notwendigkeit, in Extremsituationen Allianzen einzugehen, die man sich nicht ausgesucht hat.
The Good, the Bad and the Ugly
Spaghetti-Western. Für viele ist es Kult, für mich war es Neuland. Deshalb war ich sehr gespannt, was mich beim Auftakt des heimkino-Septembers unter dem Thema „Uneasy Alliances“ erwartet, denn Sergio Leones „The Good, the Bad and the Ugly“ hatte ich vorher noch nicht gesehen. Die Gelegenheit, diesen Film am 3. September auf der Kinoleinwand im CINENOVA sehen zu können, musste ich deshalb natürlich nutzen.
„Uneasy Alliances“ - September 2025
Im kommenden Monat werden wieder vier sorgfältig ausgewählte Werke über die Leinwand flimmern, diesmal zum Thema „Uneasy Alliances“, kuratiert von Filmstudent Leonardo Kulessa. „Ich habe überlegt, was meine Lieblingsfilme vereint und es waren oft exzentrische oder merkwürdige Figuren und besonders, wie diese miteinander interagieren oder zusammenarbeiten.“