“Cinema serves as a constant reminder to us of who we are and what we are made of.”
- Demian Bichir
28 Years Later: The Bone Temple
Mit „28 Years Later: The Bone Temple“ setzt sich das Franchise fort, das Anfang der 2000er das Zombie-Genre neu definierte. Regie führt diesmal nicht Danny Boyle, sondern Nia DaCosta und sie wagt dabei einen mutigen Schritt: weniger Endzeit-Action, mehr Abstieg in moralische, religiöse und psychologische Abgründe. Das Ergebnis ist ein verstörender, stellenweise schwer verdaulicher, aber faszinierender Film, der sein Publikum nicht schont.
Ein einfacher Unfall
Mit dem Gewinn der Goldenen Palme in Cannes rückte „Ein einfacher Unfall“ vom iranischen Regisseur Jafar Panahi schlagartig in den Mittelpunkt der internationalen Aufmerksamkeit. Der Film widmet sich gesellschaftlicher Gewalt und äußert Kritik am iranischen Regime. Er untersucht die Fragilität persönlicher Erinnerungen und die Frage, wie Vertrauen in einem Klima der Unsicherheit überhaupt entstehen kann.
Sorry, Baby
Mit „Sorry, Baby“ liefert Eva Victor ihr Regiedebüt und wählt dafür einen bemerkenswert reduzierten Ansatz. Anstatt große Thesen oder laute Bilder zu formulieren, vertraut Victor auf Beobachtung, auf Rhythmus und auf die Wirkung subtiler Gesten. Mit einem feinen Gefühl für Erzählung und Ton ist ihr Film ruhig in seiner Form, präzise in seiner Inszenierung und geprägt von dem Vertrauen, dass das Ungesagte oft mehr erzählt als jede explizite Dramatisierung.
Wake Up Dead Man
Benoit Blanc ist zurück – mit neuem Fall und neuer Frisur. Mit „Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery“ setzt Regisseur Rian Johnson die beliebte Netflix-Krimi-Reihe fort und schlägt im Gegensatz zu den beiden Vorgängern eine etwas andere Tonalität an. Der Film öffnet ein neues Kapitel für die Reihe, indem er die vertraute Mischung aus Eleganz, Witz und Stilbewusstsein beibehält, sie jedoch um eine unerwartet ernste Grundstimmung erweitert.
Five Nights at Freddy’s 2
Es gibt kaum eine Videospiel-Reihe, über die so viele Theorien und Mysterien existieren, wie über diese: Five Nights at Freddy’s. Das Franchise zählt inzwischen 10 Spiele in der Hauptreihe, sowie zahlreiche Spin-Offs, Bücher und seit 2023 auch einen Film. Nun kommt die Fortsetzung „Five Nights at Freddy’s 2“ in die Kinos. Regie führt erneut Emma Tammi und für das Drehbuch verantwortlich ist wieder Scott Cawthon, der Schöpfer der Spiele.
Rückkehr nach Ithaka
Wer sich die Wartezeit auf Christopher Nolans „The Odyssee“ ein wenige verkürzen möchte, hat jetzt mit „Rückkehr nach Ithaka“ (Originaltitel: „The Return“) von Umberto Pasolini die perfekte Gelegenheit dazu. In seiner radikal entschlackten Neuinterpretation des Mythos beleuchtet der Regisseur das Leben von Odysseus nach seiner langen Heimreise und macht daraus weniger ein pompöses Epos als ein düsteres, fast kammerspielhaftes Drama über Trauma, Schuld und die Schwierigkeit, nach Krieg und Verlust heimzukehren.
Welcome Home Baby
Regisseur Andreas Prochaska, der in der Vergangenheit vor allem mit kraftvollen Genrefilmen und Thrillern im deutschsprachigen Raum aufgefallen ist, versucht sich mit „Welcome Home Baby“ an einem psychologischen Horrorstück, das ländliche Mythen, familiäre Traumata und weibliche Körperlichkeit miteinander verwebt. Prochaska interessiert sich dabei weniger für den unmittelbaren Schock, sondern für das stetige Kriechen des Unheimlichen, das sich in die alltäglichen Abläufe schleicht wie ein Schatten aus der Vergangenheit.
Anemone
Mit „Anemone“ liefert Ronan Day-Lewis nicht nur sein Spielfilm-Debüt, sondern auch das große Comeback seines Vaters Daniel Day-Lewis. Die Zusammenarbeit der beiden weckt naturgemäß Interesse, nicht zuletzt weil sie unterschiedliche Generationen und künstlerische Zugänge vereint. Der Film ist ein melancholisches Familiendrama, das sich entfaltet wie ein Echo und mehr darüber erzählt, was unausgesprochen bleibt, als über das, was gesagt wird.
Keeper
Nachdem er bereits im letzten Jahr mit „Longlegs“ und zu Beginn diesen Jahres mit „The Monkey“ bewies, was er im Horror-Genre drauf hat, liefert Regisseur Osgood Perkins nun einen weiteren Film, der unter die Haut geht. „Keeper“ ist weniger Schreckensspektakel als ein psychologisch aufgeladenes Beziehungsdrama, das sich schleichend in einen fiebrig-übernatürlichen Albtraum verwandelt.
Wicked: For Good
Ein Jahr nachdem der erste „Wicked“-Film zum popkulturellen Phänomen wurde, Social-Media-Hype auslöste, Charts stürmte und das Musical einem neuen Publikum öffnete, kehrt Regisseur John M. Chu jetzt mit „Wicked: For Good“ zurück und versucht, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Der Film sucht nach Größe, nach politischer Resonanz und nach einer neuen Perspektive auf Figuren, die längst zu Ikonen geworden sind.
Frankenstein
Wenn Guillermo del Toro endlich sein „Traumprojekt“ verwirklicht, dann sind die Erwartungen hoch. Er ist ein Regisseur, der in seinen Filmen nicht einfach Geschichten erzählt, sondern Welten erschafft. Dunkle, träumerische, zugleich grausame und liebevolle Mikrokosmen, in denen das Monströse schon in der Vergangenheit immer eine große Rolle spielte. Mit seiner Neuinterpretation von „Frankenstein“ nach dem Roman von Mary Shelley erfüllt sich del Toro nun einen Lebenstraum.
Bugonia
Yorgos Lanthimos did it again. Mit „Bugonia“ liefert der griechische Regisseur erneut einen Film, der seine charakteristische Mischung aus Groteske, schwarzem Humor und tiefgreifender Gesellschaftskritik meisterhaft vereint. Was zunächst wie ein Thriller-Szenario wirkt, entwickelt sich bald zu einem Kammerspiel über Wahrheit, Wahn und moralische Verantwortung. Dabei bleibt Lanthimos seinem unverwechselbaren Markenzeichen treu: Er nutzt das Absurde, um das Alltägliche zu sezieren.
Dracula: A Love Tale
Seit Bram Stoker 1897 seinen Roman „Dracula“ veröffentlichte, ist der blutsaugende Graf zu einer der langlebigsten und wandelbarsten Figuren der Literatur- und Filmgeschichte geworden. Luc Besson greift diese Ikone nun mit „Dracula: A Love Tale“ auf und verwandelt sie in ein opulentes, visuell berauschendes Werk, das zwischen gotischem Horror und überzeitlicher Liebestragödie schwebt.
A House of Dynamite
In Zeiten, in denen politische Instabilität, atomare Bedrohung und technologische Eskalation nicht länger Stoff dystopischer Fantasien, sondern Teil des gesellschaftlichen Diskurses sind, meldet sich Regisseurin Kathryn Bigelow mit dem Netflix-Thriller „A House of Dynamite“ zurück, der genau dort ansetzt – im Blick auf eine nukleare Katastrophe, die niemand wollte, die aber alle betrifft.
Black Phone 2
Mit „Black Phone 2“ kehrt Regisseur Scott Derrickson in die düstere Welt seines Überraschungshits aus 2021 zurück und hebt sich bei von vielen anderen aktuellen Sequels ab: Statt das Grauen einfach zu wiederholen, erforscht er dessen Vergangenheit und Nachhall. Wo der erste Teil ein intensiver Überlebenskampf in beklemmender Enge war, wird die Fortsetzung zu einer Studie über Trauma, Erinnerung und die Macht des Übernatürlichen.
After the Hunt
Zwischen Regalen voller Bücher über Moral, Philosophie und Wahrheit entfaltet sich in Luca Guadagninos neuestem Drama „After the Hunt“ eine Geschichte, deren Protagonisten all diese von ihnen studierten Prinzipien über Bord werfen. Der Zuschauer betritt eine Welt, in der jedes Wort gewogen, jede Geste interpretiert wird und in der das Private unweigerlich politisch ist. Und plötzlich steht die Frage im Raum, wie weit Loyalität und moralische Integrität tragen, wenn sie mit persönlichem Vorteil kollidieren.
The Mastermind
Lange Kamerafahrten, gedeckte Farben und Jazzmusik – mit diesen Mitteln wagt sich Regisseurin Kelly Reichardt an ein Genre, das man zunächst nicht mit ihr verbindet: den Heist-Film. Ihr neues Werk „The Mastermind“ ist ein ästhetisch faszinierendes, erzählerisch jedoch anstrengendes Werk – ein Film, der zwischen stiller Größe und lähmender Langsamkeit pendelt.
The Smashing Machine
Benny Safdies „The Smashing Machine“ ist kein typisches Sport-Biopic – und genau darin liegt sowohl seine größte Stärke als auch seine größte Schwäche. Statt triumphaler Trainingsmontagen oder klischeehafter Comebacks zeigt der Regisseur hier einen Mann, der im Ring Siegerpose annimmt, im Privaten jedoch unter Abhängigkeit, Schmerz und zerrütteter Beziehung erdrückt wird.