The Fall
„The Fall“ von Tarsem Singh stand schon seit Ewigkeiten auf meiner Watchlist und ich bin sehr froh, dass ich ihn beim ersten Anschauen im Kino erleben durfte. 2006 veröffentlicht, gilt der Film immer noch als Geheimtipp, obwohl er zweifellos eines der außergewöhnlichsten Werke des modernen Kinos ist. Kaum ein anderer Film verbindet bildgewaltige Fantasie, emotionale Tiefe und handwerkliche Perfektion auf eine derart kompromisslose Weise. Bei hemkino. Köln bildet „The Fall“ den Abschluss des Juni-Programms zum Thema „Where Is My Mind?“.
American Psycho
„American Psycho“ gilt längst als moderner Klassiker und gehört zu jenen Filmen, die weit über ihr Genre hinausgehen und auch noch Jahre nach ihrer Veröffentlichung intensive Diskussionen auslösen. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Bret Easton Ellis nutzt Regisseurin Mary Harron die Figur des Patrick Bateman, um eine scharfsinnige und satirische Kritik an der konsumorientierten Leistungsgesellschaft der 1980er Jahre zu üben. Im Juni bei heimkino. Köln hat der Film das Monatsprogramm zu Thema „Where Is My Mind?“ eröffnet.
Sisi & Ich
Das deutsche Kino hat mit vielen Klischees und Vorurteilen zu kämpfen, die ehrlicherweise leider oft zutreffen. Doch dann gibt es Filme wie „Sisi & Ich“, die zeigen, dass deutscher Film so viel mehr zu bieten hat als problematischen Humor und eindimensionale Figuren. Regisseurin Frauke Finsterwalder schafft hier einen historisch inspirierte Film, der nicht ehrfürchtig vor seiner Vorlage erstarrt, sondern pulsiert und provoziert. Statt überladenem Kaiserkitsch bekommt das Publikum eine teils grostesk-komische, teils melancholische und queer codierte Auseinandersetzung mit Einsamkeit, Projektion und Schönheitsdruck.
Down With Love
Bevor Regisseur Peyton Reed mit den „Antman“-Filmen Mainstream-Erfolg hatte, schuf er mit „Down With Love“ eines der formal konsequentesten Studioexperimente der 2000er-Jahre. Als der Film erschien, hielten ihn manche für eine bloße Stilübung, während andere ihn als oberflächliche romantische Komödie abstempelten. Tatsächlich aber ist „Down With Love“ ein sehr künstlerischer, ironischer und erstaunlich kluger Film über Geschlechterrollen, Sexualpolitik und die Konstruktion romantischer Fantasien im amerikanischen Kino der 1960er.
Carol
In einer Gesellschaft, in der Liebe nur innerhalb fester Normen akzeptiert wird, kann bereits ein einziger Blick zum Risiko werden. In genau diesem Spannungsfeld bewegen sich die Protagonistinnen in Todd Haynes’ „Carol“. Basierend auf dem 1952 erschienenen Roman „The Price of Salt“ von Patricia Highsmith erzählt der Film von einer queeren Liebe, die sich ihren Platz in einer Welt erkämpfen muss, die für sie keinen vorgesehen hat.
The Favourite
Kostümdramen versprechen normalerweise Eleganz, höfische Etikette und politische Intrigen mit stilvoller Distanz. Doch Yorgos Lanthimos’ „The Favourite“ interessiert sich nicht für Würde. Der Film reißt dem historischen Prestige-Kino die Perücke vom Kopf und zeigt eine Welt, in der Macht nach Schweiß riecht, Liebe zur Waffe wird und Einsamkeit jede Beziehung vergiftet. Lanthimos verwandelt den britischen Hof in einen absurden Mikrokosmos voller Unsicherheit, Begehren und Rivalität.
Requiem for a Dream
Wenn man einen Film sehr gut findet, möchte man ihn häufig irgendwann ein zweites Mal schauen – „Requiem for a Dream“ war eines meiner intensivsten Kinoerlebnisse und ich möchte ihn nie wieder sehen. Darren Aronofskys filmischer Fiebertraum ist eine emotionale Grenzerfahrung, die sich tief ins Gedächtnis einprägt. In seiner Inszenierung verweigert sich der Film jeder Form von Komfort: Er zwingt dazu, hinzusehen und auszuhalten. Dabei zieht er sein Publikum immer tiefer in einen Strudel aus falscher Hoffnung, Obsession und völliger Selbstzerstörung.
Sicario
Nach einem exzessiven und grellen Monatsauftakt ging es bei heimkino. diesen Mittwoch kühl und kalkuliert weiter. „Sicario“ von Denis Villeneuve erzählt davon, wie schnell sich moralische Prinzipien auflösen, wenn sie mit der blanken Realität konfrontiert werden. Das Monatsthema „Uppers and Downers“ wird damit um eine entscheidende Perspektive erweitert – weg vom subjektiven Erleben des Rausches hin zu den gewaltsamen Strukturen, die ihn überhaupt erst möglich machen.
Fear and Loathing in Las Vegas
Manche Filme versteht man und manche Filme erlebt man. „Fear and Loathing in Las Vegas“ von Terry Gilliam gehört unbestreitbar zur zweiten Kategorie. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Hunter S. Thompson entsteht ein audiovisuelles Delirium, das nicht nur die Wahrnehmung seiner Figuren zerlegt, sondern auch die des Publikums. Als Auftakt des April bei heimkino. zum Thema „Uppers and Downers“ begibt sich der Film direkt in das Zentrum des Drogenrausches und zieht seine Zuschauer hinein in eine Welt, in der Logik, Zeitgefühl und Realität zunehmend ihre Bedeutung verlieren.
Apocalypse Now
Der Vietnamkrieg von 1955 bis 1975 gehört zu den schrecklichsten Kapiteln der modernen amerikanischen Geschichte. Seit den späten 1970er-Jahren versuchen Filmemacher, die Bilder dieses Krieges zu begreifen: das undurchdringliche Grün des Dschungels, das Dröhnen der Hubschrauber, die moralische Orientierungslosigkeit. Zwischen genau diesen Motiven bewegt sich Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“, welchen heimkino im Final Cut gezeigt hat. Dieses monumentale Werk hat das März-Programm zum Thema „Journey into Darkness“ eröffnet und zieht das Publikum mit hinab in die dunklen Abgründe des Krieges.
Crank
Mit „Crank“ schufen Mark Neveldine und Brian Taylor 2006 ein Action-Spektakel, das nicht nur durch sein Tempo, sondern gleichsam durch seine radikale Inszenierung provoziert. Der Film ist ein wilder Ritt durch Los Angeles und eine künstlerische Abrechnung mit dem klassischen Actionkino. Bei heimkino.köln gliedert sich der Film in den Februar zum Thema „Poetry in High Speed“ ein und bringt das Monatsprogramm zum Abschluss.
Mad Max: Fury Road
Schon die ersten Sekunden machen klar: Dieser Film kennt kein Zögern. George Millers „Mad Max: Fury Road“ explodiert förmlich in Bewegung. Motoren heulen auf, Bilder rasen, der Rhythmus treibt unerbittlich nach vorn. Genau um diese Art von Dynamik geht es diesen Februar bei heimkino unter dem Thema „Poetry in Highspeed“. „Mad Max: Fury Road“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie Geschwindigkeit zur filmischen Sprache wird, um die gesamte Erzählung zu tragen.
Die Liebenden von Pont-Neuf
Was passiert, wenn Liebe zur Katastrophe wird? Auch wenn es der Titel anmuten lässt, ist Leos Carax’ „Die Liebenden von Pont-Neuf“ kein romantischer Film. Was hier erzählt wird, ist keine Geschichte von Heilung oder Erlösung, sondern eine Studie über Liebe als zerstörerische Kraft. Im Rahmen des Januars bei heimkino.köln zum Thema „A Breath in the Universe“ macht der Film deutlich, wie schmal die Grenze zwischen Liebe und Wahnsinn ist und wie schnell menschliche Verbindungen in existenzielle Abgründe führen können.
Certified Copy
Zwei Menschen, ein Aufeinandertreffen, eine gemeinsame Geschichte – eine alltägliche Begegnung entwickelt sich zu etwas weitaus Größerem. Genau diese kleinen, aber bedeutsamen Momente sind es, denen sich heimkino im Januar zum Thema „A Breath in the Universe“ widmen möchte. Den Auftakt machte vergangenen Mittwoch „Certified Copy“ von Abbas Kiarostami. Ein elegantes Gedankenspiel, das sich als romantisches Drama tarnt, während es schleichend, aber konsequent grundlegende Fragen nach Identität, Nähe und Wahrhaftigkeit stellt.
The Royal Tenenbaums
Es gibt Filme, die sich anfühlen, als würde man in fremden Erinnerungen blättern. Wes Andersons „The Royal Tenenbaums“ ist ein solcher Film: präzise arrangiert, eigenwillig im Ton und von einer stillen, seltsam warmherzigen Melancholie durchzogen, die sich langsam aber sicher in die Herzen des Publikums schleicht. Passender könnte der Abschluss des Dezembers zum Thema „Family Ties“ bei heimkino nicht sein.
Beyond the Infinite Two Minutes
Es gibt Filme, die lautstark verkünden, wie groß ihre Vision ist – und es gibt jene seltenen Werke, die mit einer unscheinbaren Idee eine ganze Filmwelt in Erstaunen versetzen. „Beyond the Infinite Two Minutes“ von Junta Yamaguchi gehört zweifellos zur zweiten Sorte. Gedreht in einem kleinen Café in Kyoto, entfaltet der Film eine Zeitreisegeschichte, die so verspielt wie präzise und so alltäglich wie kosmisch wirkt.
Donnie Darko
Als „Donnie Darko“ im Jahr 2001 in die Kinos kam, tat er das unter ungünstigen Vorzeichen: ein düsterer Film mit einem Flugzeugunglück nur wenige Wochen nach 9/11 – die Öffentlichkeit war kaum bereit dafür. Der Film war ein Kassen-Flop und doch hat er sich mehr als zwei Jahrzehnte später zu einem echten Kultfilm entwickelt und gilt heute als einer der prägendsten Independentfilme seiner Ära. Im heimkino-November zum Thema „Out of Time“ zeigte sich, warum der Film bis heute fasziniert.
Back to the Future
Vierzig Jahre sind vergangen, seit „Zurück in die Zukunft“ erstmals über die Kinoleinwände flimmerte. Passend zum Jubiläum lief der Film am 5. November, genau dem Tag, an dem Marty in die Vergangenheit reist, bei heimkino unter dem Monatsthema „Out of Time“. „Zurück in die Zukunft“ ist nicht nur eines der prägendsten Werke der Kinogeschichte, sondern auch ein Reflexion des ewigen menschlichen Wunsches, Vergangenheit und Zukunft zu beherrschen.