“Cinema serves as a constant reminder to us of who we are and what we are made of.”
- Demian Bichir
28 Years Later: The Bone Temple
Mit „28 Years Later: The Bone Temple“ setzt sich das Franchise fort, das Anfang der 2000er das Zombie-Genre neu definierte. Regie führt diesmal nicht Danny Boyle, sondern Nia DaCosta und sie wagt dabei einen mutigen Schritt: weniger Endzeit-Action, mehr Abstieg in moralische, religiöse und psychologische Abgründe. Das Ergebnis ist ein verstörender, stellenweise schwer verdaulicher, aber faszinierender Film, der sein Publikum nicht schont.
Ein einfacher Unfall
Mit dem Gewinn der Goldenen Palme in Cannes rückte „Ein einfacher Unfall“ vom iranischen Regisseur Jafar Panahi schlagartig in den Mittelpunkt der internationalen Aufmerksamkeit. Der Film widmet sich gesellschaftlicher Gewalt und äußert Kritik am iranischen Regime. Er untersucht die Fragilität persönlicher Erinnerungen und die Frage, wie Vertrauen in einem Klima der Unsicherheit überhaupt entstehen kann.
Wake Up Dead Man
Benoit Blanc ist zurück – mit neuem Fall und neuer Frisur. Mit „Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery“ setzt Regisseur Rian Johnson die beliebte Netflix-Krimi-Reihe fort und schlägt im Gegensatz zu den beiden Vorgängern eine etwas andere Tonalität an. Der Film öffnet ein neues Kapitel für die Reihe, indem er die vertraute Mischung aus Eleganz, Witz und Stilbewusstsein beibehält, sie jedoch um eine unerwartet ernste Grundstimmung erweitert.
Rückkehr nach Ithaka
Wer sich die Wartezeit auf Christopher Nolans „The Odyssee“ ein wenige verkürzen möchte, hat jetzt mit „Rückkehr nach Ithaka“ (Originaltitel: „The Return“) von Umberto Pasolini die perfekte Gelegenheit dazu. In seiner radikal entschlackten Neuinterpretation des Mythos beleuchtet der Regisseur das Leben von Odysseus nach seiner langen Heimreise und macht daraus weniger ein pompöses Epos als ein düsteres, fast kammerspielhaftes Drama über Trauma, Schuld und die Schwierigkeit, nach Krieg und Verlust heimzukehren.
Welcome Home Baby
Regisseur Andreas Prochaska, der in der Vergangenheit vor allem mit kraftvollen Genrefilmen und Thrillern im deutschsprachigen Raum aufgefallen ist, versucht sich mit „Welcome Home Baby“ an einem psychologischen Horrorstück, das ländliche Mythen, familiäre Traumata und weibliche Körperlichkeit miteinander verwebt. Prochaska interessiert sich dabei weniger für den unmittelbaren Schock, sondern für das stetige Kriechen des Unheimlichen, das sich in die alltäglichen Abläufe schleicht wie ein Schatten aus der Vergangenheit.
Anemone
Mit „Anemone“ liefert Ronan Day-Lewis nicht nur sein Spielfilm-Debüt, sondern auch das große Comeback seines Vaters Daniel Day-Lewis. Die Zusammenarbeit der beiden weckt naturgemäß Interesse, nicht zuletzt weil sie unterschiedliche Generationen und künstlerische Zugänge vereint. Der Film ist ein melancholisches Familiendrama, das sich entfaltet wie ein Echo und mehr darüber erzählt, was unausgesprochen bleibt, als über das, was gesagt wird.
Frankenstein
Wenn Guillermo del Toro endlich sein „Traumprojekt“ verwirklicht, dann sind die Erwartungen hoch. Er ist ein Regisseur, der in seinen Filmen nicht einfach Geschichten erzählt, sondern Welten erschafft. Dunkle, träumerische, zugleich grausame und liebevolle Mikrokosmen, in denen das Monströse schon in der Vergangenheit immer eine große Rolle spielte. Mit seiner Neuinterpretation von „Frankenstein“ nach dem Roman von Mary Shelley erfüllt sich del Toro nun einen Lebenstraum.
Bugonia
Yorgos Lanthimos did it again. Mit „Bugonia“ liefert der griechische Regisseur erneut einen Film, der seine charakteristische Mischung aus Groteske, schwarzem Humor und tiefgreifender Gesellschaftskritik meisterhaft vereint. Was zunächst wie ein Thriller-Szenario wirkt, entwickelt sich bald zu einem Kammerspiel über Wahrheit, Wahn und moralische Verantwortung. Dabei bleibt Lanthimos seinem unverwechselbaren Markenzeichen treu: Er nutzt das Absurde, um das Alltägliche zu sezieren.
Black Phone 2
Mit „Black Phone 2“ kehrt Regisseur Scott Derrickson in die düstere Welt seines Überraschungshits aus 2021 zurück und hebt sich bei von vielen anderen aktuellen Sequels ab: Statt das Grauen einfach zu wiederholen, erforscht er dessen Vergangenheit und Nachhall. Wo der erste Teil ein intensiver Überlebenskampf in beklemmender Enge war, wird die Fortsetzung zu einer Studie über Trauma, Erinnerung und die Macht des Übernatürlichen.
After the Hunt
Zwischen Regalen voller Bücher über Moral, Philosophie und Wahrheit entfaltet sich in Luca Guadagninos neuestem Drama „After the Hunt“ eine Geschichte, deren Protagonisten all diese von ihnen studierten Prinzipien über Bord werfen. Der Zuschauer betritt eine Welt, in der jedes Wort gewogen, jede Geste interpretiert wird und in der das Private unweigerlich politisch ist. Und plötzlich steht die Frage im Raum, wie weit Loyalität und moralische Integrität tragen, wenn sie mit persönlichem Vorteil kollidieren.
The Mastermind
Lange Kamerafahrten, gedeckte Farben und Jazzmusik – mit diesen Mitteln wagt sich Regisseurin Kelly Reichardt an ein Genre, das man zunächst nicht mit ihr verbindet: den Heist-Film. Ihr neues Werk „The Mastermind“ ist ein ästhetisch faszinierendes, erzählerisch jedoch anstrengendes Werk – ein Film, der zwischen stiller Größe und lähmender Langsamkeit pendelt.
Honey Don’t
Aubrey Plaza und Margaret Qualley in einem queeren Detektiv-Film, mehr Prämisse braucht es nicht, um mich ins Kino zu locken. Mit „Honey Don’t“ präsentiert Ethan Coen nach „Drive Away Dolls“ jetzt den zweiten Film seiner „Lesbian B-Movie Trilogy“ in Solo-Regiearbeit – erneut gemeinsam mit seiner Frau und Co-Autorin Tricia Cooke. Ein dritter Teil, „Go Beavers!“, ist bereits in Planung.
M3GAN 2.0
Als Anfang 2023 der erste „M3GAN“-Film in die Kinos kam, wurde er schnell zum Social-Media-Phänomen. Das tanzende Roboter-Mädchen, dass vom Kinderspielzeug zur Killer-Puppe mutierte, fesselte Zuschauer auf den Kino-Leinwänden und Instagram- und TikTok-Feeds. Nun liefert Regisseur Gerard Johnstone mit „M3GAN 2.0“ die Fortsetzung und schon jetzt ist klar: Der Film versucht nicht nur, seine Handlung weiterzuentwickeln, sondern auch, den viralen Nerv erneut zu treffen.
Drachen zähmen leicht gemacht
Als zweiterfolgreichstes Animations-Franchise von Universal, direkt hinter „Shrek“, hat „Drachenzähmen leicht gemacht“ ohne Frage eine Generation geprägt. Nun liefert Regisseur Dean DeBlois, der bereits für das animierte Original verantwortlich war, ein Live-Action-Remake, das sowohl visuell als auch emotional hohe Erwartungen erfüllen muss. Dabei versucht der Film, die Essenz der Vorlage beizubehalten, während er durch moderne Technik und eine etwas ernstere Tonalität neue Akzente setzt.
Der Phönizische Meisterstreich
Wes Anderson ist längst mehr als nur ein Regisseur – er ist ein eigenes Genre. Wenn sein Name auf einem Filmplakat steht, weiß man, was einen erwartet: schräge Dialoge und Figuren in minutiöse komponierten Bildern. Als bekennende Bewunderin seiner Filme konnte ich es natürlich kaum erwarten, sein neuestes Werk „Der Phönizische Meisterstreich“ endlich auf der großen Leinwand sehen zu können. Der Titel klingt vielversprechend, fast triumphal. Doch hält der Film, was er verspricht oder ist er am Ende doch mehr Fehlschlag als Meisterstreich?