“Cinema serves as a constant reminder to us of who we are and what we are made of.”

- Demian Bichir

Arco
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Arco

Wie spendet man in aktuellen Zeiten Trost und Hoffnung, ohne die sehr präsenten Krisen unserer Gegenwart zu leugnen? „Arco“, das animierte Spielfilmdebüt von Udo Bienvenu, wagt sich an genau diese Aufgabe und tut dies mit einer erstaunlichen formalen Klarheit und emotionalen Aufrichtigkeit. Statt sich für eine klare dystopische oder utopische Richtung zu entscheiden, bewegt sich der Film in einem Spannungsfeld dazwischen. Der Film erkennt die Brüche unserer Gegenwart an und sucht dennoch nach Bildern, die Hoffnung ermöglichen, ohne naiv zu wirken. Genau darin liegt seine besondere Relevanz.

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Is This Thing On?
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Is This Thing On?

Früher haben Männer mit Midlife-Crisis sich Motorräder gekauft, heute machen sie Filme über andere Männer mit Midlife-Crisis. Bradley Cooper hat mal wieder Regie geführt und bringt seinen neuen Film „Is This Thing On?“ als selbstreflexives Drama mit Comedy-Elementen In die Kinos. Dabei wirkt das Projekt wie ein sehr persönlicher Film, der unbedingt etwas über das Älterwerden, verpasste Chancen und männliche Selbstzweifel sagen will. Der Film möchte gleichzeitig schonungslos ehrlich und charmant unterhaltsam sein – am Ende schafft er weder das eine noch das andere.

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Nouvelle Vague
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Nouvelle Vague

Quentin Tarantino hat diesen Film gleich zweimal im Kino geschaut… „Nouvelle Vague“ von Regisseur Richard Linklater ist eine cinephile Annäherung an einen historischen Moment, in dem sich das Kino grundlegend veränderte. Schon diese Anekdote passt perfekt zum Film selbst: Linklater richtet sich mit „Nouvelle Vague“ ganz bewusst an Menschen, die das Kino nicht nur konsumieren, sondern lieben, studieren und diskutieren. Der Film versteht sich weniger als Filmbiografie, sondern vielmehr als lebendiges Stimmungsbild einer Zeit, in der eine neue Generation begann, das Medium Film radikal neu zu denken.

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The Bride!
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The Bride!

„Here comes the mothef***ing Bride!“ Endlich wieder Female Rage. Dieses Motiv zieht sich wie ein elektrischer Strom durch die Filmgeschichte – von stummem Leiden hin zu explodierender Selbstermächtigung. Lange war weibliche Wut entweder pathologisiert oder romantisiert, selten jedoch als legitime, schöpferische Kraft begriffen worden. In „The Bride!“ katalysiert Regisseurin Maggie Gyllenhaal genau diese weibliche Wut in eine Figur, die historisch zum Schweigen verdammt war: Frankenstein’s Braut.

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The Chronology of Water
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The Chronology of Water

Vom Twilight-Star zur radikalen Autorenfilmerin: Kristen Stewart hat sich in den vergangenen Jahren konsequent von ihrem Mainstream-Image gelöst und immer wieder künstlerische Risiken gesucht. Mit „The Chronology of Water“ geht sie nun noch einen Schritt weiter – weg vom Spiel vor der Kamera, hinein in die Regie – und liefert ein Spielfilm-Debüt, dass sich keinen Konventionen unterwirft.

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Father Mother Sister Brother
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Father Mother Sister Brother

Für die einen ist sie ein Segen, für die anderen eine unerträgliche Last: Die Familie. Jim Jarmusch, der Meister der lakonischen Melancholie, seziert in seinem neuesten Werk „Father Mother Sister Brother“ die leisen Bruchstellen zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern. In drei lose verbundenen Episoden entfaltet sich ein intimes, teils humorvolles Drama über familiäre Nähe und Distanz. Bei den Filmfestspielen in Venedig gewann der Film 2025 den begehrten goldenen Löwen als bester Film.

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Dead of Winter – Eisige Stille
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Dead of Winter – Eisige Stille

Schießereien, Explosionen, Verfolgungsjagden – solche Motive sind es, die viele Thriller dominieren. Mit „Dead of Winter – Eisige Stille“ legt Regisseur Brian Kirk einen Survival-Thriller vor, der sich wohltuend gegen die Reizüberflutung des Genres stellt. Bekannt geworden durch seine Arbeit an Serien wie „Game of Thrones“, beweist Kirk hier ein feines Gespür für Reduktion, Atmosphäre und psychologische Spannung und erschafft einen Film, der nicht auf Dauerfeuer setzt, sondern auf Verdichtung.

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The Moment
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The Moment

Der „Brat Summer“ ist noch lange nicht vorbei – ganz zum Leid von Charli xcx. Was einst als ästhetische Provokation und selbstironisches Pop-Statement gefeiert wurde, ist inzwischen zum kulturellen Dauerzustand geworden. Neonfarben, Attitüde und Algorithmus-taugliche Coolness haben sich verselbstständigt. Doch wie entkommt man einem Image, das man selbst so erfolgreich erschaffen hat? Diesem Spannungsfeld widmet sich die Mockumentary „The Moment“ von Regisseur Aidan Zamiri.

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No Other Choice
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No Other Choice

Es beginnt mit einer Kündigung und endet mit dem vollständigen Verlust von Menschlichkeit. In seinem neuen Film „No Other Choice“ erzählt Regisseur Park Chan-wook die Geschichte eines Mannes, der alles gegeben hat und dennoch alles verliert. Der südkoreanische Arbeitsmarkt wird zu einer Bühne, auf der Moral keinen Platz mehr hat: Wer nicht mehr gebraucht wird, verschwindet aus den Statistiken und oft auch aus dem sozialen Blickfeld.

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Lesbian Space Princess
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Lesbian Space Princess

„Sie ist lesbisch. Sie ist im Weltraum. Und sie ist eine Prinzessin – oh und sie ist sehr traurig.“ Mit „Lesbian Space Princess“ katapultieren die australischen Regisseurinnen Leela Varghese und Emma Hough Hobbs ihr animiertes Debütwerk auf die große Leinwand. Was auf den ersten Blick wie eine exzentrische Sci-Fi-Komödie aussieht, entpuppt sich als mutiger und überraschend emotionaler Genre-Mix, der weit mehr zu bieten hat als nur alberne Gags und schrille Farben.

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Die drei ??? - Toteninsel
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Die drei ??? - Toteninsel

Die Verfilmungen der „Drei ???“ haben in den letzten Jahren bewiesen, dass deutscher Kinder- und Jugendfilm durchaus atmosphärisch und hochwertig sein kann. Spätestens „Die drei ??? – Karpatenhund“ setzte im vergangenen Jahr eine überraschend hohe Messlatte – visuell wie erzählerisch. Insbesondere die Inszenierung und die sichtbare Detailverliebtheit zur Vorlage heben die Reihe von vielen anderen Adaptionen ab. Umso größer war die Spannung, ob Regisseur Tim Dünschede mit „Die drei ??? – Toteninsel“ an diesen Erfolg anschließen kann.

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28 Years Later: The Bone Temple
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28 Years Later: The Bone Temple

Mit „28 Years Later: The Bone Temple“ setzt sich das Franchise fort, das Anfang der 2000er das Zombie-Genre neu definierte. Regie führt diesmal nicht Danny Boyle, sondern Nia DaCosta und sie wagt dabei einen mutigen Schritt: weniger Endzeit-Action, mehr Abstieg in moralische, religiöse und psychologische Abgründe. Das Ergebnis ist ein verstörender, stellenweise schwer verdaulicher, aber faszinierender Film, der sein Publikum nicht schont.

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Ein einfacher Unfall
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Ein einfacher Unfall

Mit dem Gewinn der Goldenen Palme in Cannes rückte „Ein einfacher Unfall“ vom iranischen Regisseur Jafar Panahi schlagartig in den Mittelpunkt der internationalen Aufmerksamkeit. Der Film widmet sich gesellschaftlicher Gewalt und äußert Kritik am iranischen Regime. Er untersucht die Fragilität persönlicher Erinnerungen und die Frage, wie Vertrauen in einem Klima der Unsicherheit überhaupt entstehen kann.

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Wake Up Dead Man
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Wake Up Dead Man

Benoit Blanc ist zurück – mit neuem Fall und neuer Frisur. Mit „Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery“ setzt Regisseur Rian Johnson die beliebte Netflix-Krimi-Reihe fort und schlägt im Gegensatz zu den beiden Vorgängern eine etwas andere Tonalität an. Der Film öffnet ein neues Kapitel für die Reihe, indem er die vertraute Mischung aus Eleganz, Witz und Stilbewusstsein beibehält, sie jedoch um eine unerwartet ernste Grundstimmung erweitert.

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Rückkehr nach Ithaka
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Rückkehr nach Ithaka

Wer sich die Wartezeit auf Christopher Nolans „The Odyssee“ ein wenige verkürzen möchte, hat jetzt mit „Rückkehr nach Ithaka“ (Originaltitel: „The Return“) von Umberto Pasolini die perfekte Gelegenheit dazu. In seiner radikal entschlackten Neuinterpretation des Mythos beleuchtet der Regisseur das Leben von Odysseus nach seiner langen Heimreise und macht daraus weniger ein pompöses Epos als ein düsteres, fast kammerspielhaftes Drama über Trauma, Schuld und die Schwierigkeit, nach Krieg und Verlust heimzukehren.

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Welcome Home Baby
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Welcome Home Baby

Regisseur Andreas Prochaska, der in der Vergangenheit vor allem mit kraftvollen Genrefilmen und Thrillern im deutschsprachigen Raum aufgefallen ist, versucht sich mit „Welcome Home Baby“ an einem psychologischen Horrorstück, das ländliche Mythen, familiäre Traumata und weibliche Körperlichkeit miteinander verwebt. Prochaska interessiert sich dabei weniger für den unmittelbaren Schock, sondern für das stetige Kriechen des Unheimlichen, das sich in die alltäglichen Abläufe schleicht wie ein Schatten aus der Vergangenheit.

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Anemone
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Anemone

Mit „Anemone“ liefert Ronan Day-Lewis nicht nur sein Spielfilm-Debüt, sondern auch das große Comeback seines Vaters Daniel Day-Lewis. Die Zusammenarbeit der beiden weckt naturgemäß Interesse, nicht zuletzt weil sie unterschiedliche Generationen und künstlerische Zugänge vereint. Der Film ist ein melancholisches Familiendrama, das sich entfaltet wie ein Echo und mehr darüber erzählt, was unausgesprochen bleibt, als über das, was gesagt wird.

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Frankenstein
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Frankenstein

Wenn Guillermo del Toro endlich sein „Traumprojekt“ verwirklicht, dann sind die Erwartungen hoch. Er ist ein Regisseur, der in seinen Filmen nicht einfach Geschichten erzählt, sondern Welten erschafft. Dunkle, träumerische, zugleich grausame und liebevolle Mikrokosmen, in denen das Monströse schon in der Vergangenheit immer eine große Rolle spielte. Mit seiner Neuinterpretation von „Frankenstein“ nach dem Roman von Mary Shelley  erfüllt sich del Toro nun einen Lebenstraum.

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