„Journey into Darkness“ - März 2026
Das Düstere und Mysteriöse übt seit Jahrhunderten eine besondere Faszination auf den Menschen aus. In Mythen, Literatur und Kunst begegnen wir immer wieder Geschichten von Reisen ins Unbekannte – von Abstiegen in Unterwelten, Expeditionen an die Grenzen der Welt oder Begegnungen mit dem, was sich rational nicht vollständig erklären lässt. Genau diesen Geschichten widmet sich heimkino.köln im März unter dem Thema „Journey into Darkness“. Dunkelheit erscheint dabei nicht ausschließlich als Bedrohung, sondern als Raum der Veränderung.
Das Projekt heimkino besteht seit Februar 2024 in Zusammenarbeit der flugmodus GmbH mit dem Kino CINENOVA in Köln Ehrenfeld. „Mit unserem Projekt möchten wir für die Community von Film- und Kinoliebhaber*innen ein Zuhause schaffen. Im Rahmen dieser Reihe bringen wir jeden Mittwoch Filmklassiker und unbekannte Meisterwerke auf die Leinwand zurück. Ein Monat widmet sich immer einem gemeinsamen Oberthema. Dadurch möchten wir dem Publikum unterschiedliche Filmperspektiven zum selben Thema anbieten, gemeinsam Antworten finden und neue Fragen stellen.“ Was mit einem kleinen Publikum begann, hat sich inzwischen zu einem Treffpunkt für Filmfans aus Köln und Umgebung entwickelt. Jedes Monatsprogramm ist mit Liebe zum Detail zusammengestellt.
„Apocalypse Now“ © Studiocanal GmbH
Die Filme für den März wurden wieder von Leon Schumacher aus dem heimkino-Team ausgewählt. Bei seiner Programmauswahl hat er sich vordergründig für das Motiv der Reise interessiert, insbesondere, wenn diese ins Ungewisse führt. „Ich glaube, die Filme im März sind ein gutes Paket, um sich von einer sehr storylastigen Sicht auf Filme zu lösen. Die Filme sprechen mit ihrer eigenen Sprache zu uns. Da ist nicht immer alles logisch aufzuklären und in Worte zu fassen, aber die Wirkung ist unbestreitbar – wenn man sich darauf einlässt.“
Los geht es im März mit „Apocalypse Now“ von Francis Ford Coppola. Ein Fluss, ein Auftrag, ein schleichender Verlust von Gewissheiten – was als militärische Mission beginnt, entwickelt sich zu einer Reise entlang moralischer Grenzlinien. Mit Andrei Tarkovskys „Stalker“ schlägt das Programm eine ruhigere, aber nicht weniger intensive Richtung ein: Drei Männer, eine verbotene Zone, ein Versprechen. „Fitzcarraldo“ von Werner Herzog wirkt zunächst wie das klassische Abenteuer: ein exzentrischer Visionär und ein waghalsiges Projekt im Dschungel. Doch Herzogs Film erzählt von Obsession und von der Kollision zwischen Traum und Realität. Den Abschluss bildet „Sorcerer“ von William Friedkin: Vier Männer, eine gefährliche Aufgabe, eine Strecke voller Risiken. Friedkin inszeniert eine Reise, bei der jede Etappe zur Prüfung wird.
„Stalker“ © Films sans Frontières
„Die Filme im März sollte man unbedingt auf der großen Leinwand sehen! Sie alle wurden extrem aufwändig produziert, waren überambitioniert und sind große Werke der Filmgeschichte mit großen Bildern und großem Sound – eine Erfahrung, die man in der Gemeinschaft erleben sollte.“
Was die vier Filme verbindet, ist nicht nur das Motiv der Reise, sondern die Frage danach, was Bewegung mit Identität macht. Jede Figur beginnt ihren Weg mit einem klaren Ziel – einem Auftrag, einem Wunsch oder einer Hoffnung. Doch je weiter die Reise fortschreitet, desto unwichtiger wird das ursprüngliche Ziel. Stattdessen treten Zweifel, Obsession oder existenzielle Erkenntnisse in den Vordergrund. Die Dunkelheit des Monatstitels ist dabei weniger als Bedrohung zu verstehen, sondern als Zustand der Unsicherheit: ein Raum, in dem alte Gewissheiten verschwinden und neue Perspektiven entstehen können.
„Fitzcarraldo“ © Studiocanal Home Entertainment Germany
Die Spielzeiten für den März 2026 bei heimkino sind wie folgt:
04.03. „Apocalypse Now“
11.03. „Stalker“
19.03. „Fitzcarraldo“ (ausnahmsweise an einem Donnerstag)
25.03. „Sorcerer“
Die Vorstellungen starten jeweils um 20 Uhr. Tickets gibt es auf der CINENOVA-Website. Weitere Infos und Gewinnspiele für Freikarten sind auf dem heimkino-Instagram zu finden.
Der Themenmonat „Journey into Darkness“ zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich Kino von Veränderung erzählen kann. Die vier Filme verbindet weniger das Genre, als eine gemeinsame Erfahrung: Figuren geraten in Bewegung und kehren nicht als dieselben zurück. Heimkino lädt im März dazu ein, diese Transformationen nicht allein zu beobachten, sondern im Kinosaal mitzuerleben. Und Leon meint: „Apocalypse Now ist vielleicht der größte Kinofilm aller Zeiten… also sollte man den auf jeden Fall nicht verpassen.“
„Sorcerer“ © Bac Films