„Can’t Let Go” - Juli 2026
Wir alle haben Dinge, an denen wir festhalten. Menschen, die unser Leben geprägt haben. Schuld, die nachwirkt. Im Juli widmet sich heimkino. Köln unter dem Thema „Can’t Let Go“ genau diesem Zustand des Festhaltens an etwas, das eigentlich längst vergangen ist. Die fünf Filme des Juli-Programms erzählen auf ganz unterschiedliche Weise von Figuren, die sich an die Vergangenheit, Ideale oder an ihr Selbstbild klammern und zeigen, welche Kraft, aber auch welche Zerstörung darin liegen kann.
Das Projekt heimkino. besteht seit Februar 2024 in Zusammenarbeit der flugmodus GmbH mit dem Kino CINENOVA in Köln Ehrenfeld. „Mit unserem Projekt möchten wir für die Community von Film- und Kinoliebhaber*innen ein Zuhause schaffen. Im Rahmen dieser Reihe bringen wir jeden Mittwoch Filmklassiker und unbekannte Meisterwerke auf die Leinwand zurück. Ein Monat widmet sich immer einem gemeinsamen Oberthema. Dadurch möchten wir dem Publikum unterschiedliche Filmperspektiven zum selben Thema anbieten, gemeinsam Antworten finden und neue Fragen stellen.“ Was mit einem kleinen Publikum begann, hat sich inzwischen zu einem Treffpunkt für Filmfans aus Köln und Umgebung entwickelt. Jedes Monatsprogramm ist mit Liebe zum Detail zusammengestellt.
„The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford” © D.R.
Zusammengestellt wurde das Programm wieder mal von Leon Schumacher aus dem heimkino.-Team. „Der Grundgedanke des Themas ist das Festhalten an etwas, das eigentlich nicht erhalten werden kann. Das ist ein Motiv, das sich auch in der Filmgeschichte widerspiegelt. Damals wollte man an Stummfilm festhalten, dann am Schwarzweiß-Film, dann an 70mm und so weiter… dieses Thema hat also auch viel mit der Kunstform an sich zu tun.“
Eröffnet wird der Monat von Andrew Dominiks „The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford“, ein elegischer Western, der von der zerstörerischen Kraft der Bewunderung erzählt. Darauf folgend kreist auch Alfred Hitchcocks „Vertigo“ um eine Obsession, die jede Grenze zwischen Erinnerung, Begehren und Wirklichkeit verschwimmen lässt. Mit „Wild Strawberries“ von Ingmar Bergman schlägt das Programm leisere Töne an. Ein alter Mann blickt auf sein Leben zurück und begegnet den Entscheidungen, Versäumnissen und Beziehungen, die ihn geprägt haben. Weiter geht es mit Robert Aldrichs „What Ever Happened to Baby Jane?“. Zwischen zwei Schwestern entfaltet sich ein psychologisches Kammerspiel über Kränkungen und Rivalität. Den Abschluss bildet „Sunset Boulevard“ von Billy Wilder, eine scharfe Reflexion über Hollywood, Ruhm und Vergangenheit.
„Vertigo” © D.R.
Ob elegischer Western, psychologischer Thriller oder existenzielles Drama – die ausgewählten Filme verbindet vor allem ihre emotionale Grundbewegung. Ihre Figuren richten den Blick immer wieder zurück, halten an Menschen, Erinnerungen oder Vorstellungen fest und geraten dadurch ins Stocken. Mal wird dieses Festhalten zur Obsession, mal zur Quelle von Schuld oder Reue und mal zu einem verzweifelten Versuch, die eigene Vergangenheit lebendig zu halten. Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven machen das Programm so spannend: Jeder Film nähert sich demselben Thema aus einem anderen Blickwinkel und eröffnet neue Fragen darüber, warum Abschied nehmen oft viel schwerer ist als verzweifeltes Festklammern.
„Zeiten verändern sich, man macht Fehler und in Erinnerungen und Reue zu schwelgen ist nicht per Se schlecht, aber Dinge zu akzeptieren und darauf aufbauend weiter zu machen, ist wichtig.“
Die Spielzeiten für den Juli 2026 bei heimkino. sind wie folgt:
01.07. „The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford“
08.07. „Vertigo“
15.07. „Wild Strawberries“
22.07. „What Ever Happened to Baby Jane?“
29.07. „Sunset Boulevard“
Die Vorstellungen starten jeweils um 20 Uhr. Tickets gibt es auf der CINENOVA-Website. Weitere Infos und Gewinnspiele für Freikarten sind auf dem heimkino.-Instagram zu finden.
„Wild Strawberries” © D.R.
Mit „Can't Let Go“ präsentiert heimkino. im Juli ein Programm, das bekannte Klassiker und zeitlose Meisterwerke unter einem gemeinsamen Gedanken zusammenführt. Die Filme laden dazu ein, sich auf ganz unterschiedliche Geschichten einzulassen und dabei vielleicht auch die eigene Beziehung zu Erinnerung, Verlust und Vergänglichkeit zu hinterfragen. Denn obwohl alle fünf Werke von einem ähnlichen Motiv erzählen, könnte ihr Zugang unterschiedlicher kaum sein. Gemeinsam zeigen sie, wie vielfältig Kino erzählt und warum es sich lohnt, diese Geschichten auf der großen Leinwand neu zu entdecken.
„Sunset Boulevard” © Paramount Pictures Corporation