„Where Is My Mind?” - Juni 2026

Was ist real? Eine simple Frage, auf die es im Leben wie im Kino selten eine simple Antwort gibt. Filme können Wirklichkeiten erschaffen, Erinnerungen manipulieren, Perspektiven verschieben und uns mitten hineinführen in Köpfe, deren Wahrnehmung sich langsam auflöst. Das Juni-Programm von heimkino. Köln versammelt deshalb unter dem Thema „Where Is My Mind?“ vier Filme, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher wirken könnten und doch verbindet sie eine zentrale Frage: Wie entsteht Realität eigentlich in unseren Köpfen und wie sehr werden Erinnerungen, Wünsche, Ängste oder Sehnsüchte zu Filtern, durch die wir die Welt wahrnehmen?

Das Projekt heimkino. besteht seit Februar 2024 in Zusammenarbeit der flugmodus GmbH mit dem Kino CINENOVA in Köln Ehrenfeld. „Mit unserem Projekt möchten wir für die Community von Film- und Kinoliebhaber*innen ein Zuhause schaffen. Im Rahmen dieser Reihe bringen wir jeden Mittwoch Filmklassiker und unbekannte Meisterwerke auf die Leinwand zurück. Ein Monat widmet sich immer einem gemeinsamen Oberthema. Dadurch möchten wir dem Publikum unterschiedliche Filmperspektiven zum selben Thema anbieten, gemeinsam Antworten finden und neue Fragen stellen.“ Was mit einem kleinen Publikum begann, hat sich inzwischen zu einem Treffpunkt für Filmfans aus Köln und Umgebung entwickelt. Jedes Monatsprogramm ist mit Liebe zum Detail zusammengestellt.

Christian Bale als Patrick Bateman in "American Psycho" von Mary Harron

„American Psycho“ © D.R.

Die Filme für das Juni-Programm wurden von Lisa aus dem Cinenova-Team ausgewählt. Zu ihrer Idee hinter dem Thema sagt sie: „Mich interessieren Filme, die zeigen, wie fragil unsere Wahrnehmung von Realität eigentlich ist und ich finde es spannend, wie verschiedene Figuren sich auf unterschiedliche Weise in Erinnerung, Fantasien oder selbsterschaffenen Welten verlieren. Der Monatstitel „Where Is My Mind?“ fängt dabei perfekt diese Orientierungslosigkeit, aber auch die Sehnsucht nach einem anderen Selbst oder Leben ein.“

Den Auftakt macht „American Psycho“ von Mary Harron – ein Film, der bis heute fasziniert, verstört und provoziert. Zwischen Satire, Horror und Gesellschaftsporträt entfaltet sich das Bild eines Mannes, dessen perfekt kontrollierte Fassade zunehmend Risse bekommt. Mit „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ von Michel Gondry wird die Frage nach Realität emotionaler und intimer. Denn was bleibt noch von einer menschlichen Verbindung, wenn die gemeinsame Erinnerung verschwindet? Auch Christopher Nolan’s „Memento“ beschäftigt sich mit Erinnerung, allerdings als Puzzle. Ein Mann mit Kurzzeitgedächtnis muss seine Wirklichkeit wieder und wieder aus Notizen und Fotos zusammensetzen. Den Abschluss bildet „The Fall“ von Tarsem Singh, der sich mit der Kraft der Vorstellung beschäftigt. Zwischen Krankenhausfluren und fantastischen Bilderwelten entfaltet sich eine märchenhafte Erzählung über Schmerz, Geschichten und die Macht des Erzählens selbst.

Kate Winslet und Jim Carrey in "Eternal Sunshine of the Spotless Mind" von Michel Gondry

„Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ © United International Pictures (UIP)

„Die Filme zeigen, dass Realität nie komplett objektiv ist. Unsere Erinnerungen, Wünsche, Ängste und Sehnsüchte formen ständig, wie wir die Welt wahrnehmen. […] Ich glaube, die Filme funktionieren am besten, wenn man sie weniger logisch lösen möchte und sich stattdessen emotional auf sie einlässt.“

Ob durch verdrängte Erinnerungen, obsessive Selbstbilder, brüchige Identitäten oder fantastische Parallelwelten – alle Filme des Programms kreisen um Figuren, deren Realität ins wanken gerät. Dabei geht es weniger um die Frage, was tatsächlich real ist, sondern darum, wie Realität überhaupt entsteht. Dafür tauchen die Filme in die Köpfe ihrer sehr unterschiedlichen Figuren ein und zeigen Menschen, die versuchen, mit ihrer Realität umzugehen, indem sie sie umdeuten, verdrängen, rekonstruieren oder sich vollständig neue Welten erschaffen.

Filmstill "Memento" von Christopher Nolan

„Memento“ © UFD

Die Spielzeiten für den Juni 2026 bei heimkino. sind wie folgt:

03.06.  „American Psycho“

14.06.  „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ (irregulär an einem Sonntag)

17.06. „Memento“

24.06. „The Fall“

Die Vorstellungen starten jeweils um 20 Uhr. Tickets gibt es auf der CINENOVA-Website. Weitere Infos und Gewinnspiele für Freikarten sind auf dem heimkino.-Instagram zu finden.

Mit „Where Is My Mind?“ präsentiert heimkino. im Juni ein Programm, das sich zwischen Erinnerung, Lebensrealität und Identitätskrise bewegt. Vier Filme, die Wahrnehmung herausfordern und die gerade im Kinosaal ihre ganze Wirkung entfalten. Sie leben von Unsicherheit, Atmosphäre und Momenten, in denen plötzlich nicht mehr klar ist, was wahr ist und was nicht. Dieser Monat ist eine Einladung, sich auf Perspektiven einzulassen, die außerhalb des Gewohnten liegen. Auf Filme, die Wahrnehmung destabilisieren und herausfordern und auf das Kino als Ort, an dem sich Realität für ein paar Stunden auflösen darf.

Lee Pace in "The Fall" von Tarsem Singh

„The Fall“ © Summit Entertainment

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