Masters of the Universe
Mit „Masters of the Universe“ bringt Regisseur Travis Knight eine der bekanntesten Spielzeug- und Zeichentrickmarken der 1980er-Jahre zurück auf die große Leinwand. Eine erste Realverfilmun gab es bereits 1987, jedoch war diese ein totaler Flop. Die Neuverfilmung steht jetzt vor einer anspruchsvollen Aufgabe: Sie muss die ikonische Fantasywelt von Eternia sowohl für ein neues Publikum als auch für eingefleischte Fans zugänglich machen, ohne dabei die Charakteristiken der Vorlage zu verlieren.
Nach 15 Jahren der Trennung führt das Schwert der Macht Prinz Adam (Nicholas Galitzine) zurück nach Eternia und er entdeckt, dass seine Heimat unter der tyrannischen Herrschaft von Skeletor (Jared Leto) in Trümmern liegt. Um seine Familie und seine Welt zu retten, muss sich Adam mit seinen engsten Verbündeten zusammenschließen – Teela (Camila Mendes) und Duncan alias Man-At-Arms (Idris Elba) – und sein wahres Schicksal als He-Man annehmen, den mächtigsten Mann des Universums.
© 2026 Amazon MGM Studios Content Services LLC
Eine der größten Stärken des Films liegt in seiner visuellen Umsetzung. Eternia wirkt wie eine lebendige Welt mit eigener Identität und nicht wie eine sterile Greenscreen-Kulisse. Die Produktion investiert sichtbar in Schauplätze, Kreaturen und Charakterdesign. Besonders die Computereffekte fallen positiv auf. Während viele der fantastischen Figuren zwar offensichtlich CGI-basiert sind, wirken sie nie fehl am Platz. „Masters of the Universe“ gelingt eine bemerkenswert stimmige Balance zwischen digitalem Spektakel und glaubwürdiger Weltgestaltung. Gerade die Mischung aus Science-Fiction, Fantasy und Abenteuerkino verleiht dem Film eine Bildsprache, die sich angenehm von vielen aktuellen Genreproduktionen unterscheidet.
Wirklich großes Kino entsteht hier jedoch letztendlich durch die musikalische Untermalung. Der Soundtrack von Daniel Pemberton verbindet heroische Orchesterklänge mit modernen Akzenten und verleiht den Szenen eine emotionale Wucht. Besonders der Track „Eternia“, der sich durch den ganzen Film zieht und den Queen-Gitarristen Brian May featured, bleibt nachhaltig im Gedächtnis. Dabei erinnert der Score stellenweise an die großen Fantasy-Kompositionen der 1980er und 1990er Jahre, ohne jemals wie eine bloße Kopie zu wirken.
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Auch in Sachen Humor versucht „Masters of the Universe“ einen eigenen Weg zu gehen, schafft es aber nicht immer, dabei in die richtige Richtung abzubiegen. Viele der komödiantischen Momente entstehen aus den Figuren selbst oder aus den Eigenheiten der Welt von Eternia, wodurch sie natürlich in die Handlung integriert werden. Oft verfällt der Film dann aber leider doch wieder in bekannte Blockbuster-Konventionen und setzt auf vorhersehbare Pointen und ironische Kommentare, die etwas bemüht wirken und die Dramatik der Handlung ausbremsen.
Mit einer Laufzeit von 141 Minuten nimmt sich der Film erzählerisch gesehen viel Zeit und an einigen Stellen einfach zu viel. Vor allem im Mittelteil treten Längen auf, wenn die Handlung mehrfach ähnliche Informationen wiederholt oder Nebenfiguren ausführlicher eingeführt werden, als es für den Fortgang der Geschichte notwendig wäre. Die Handlung folgt bekannten Mustern des Heldenepos: Ein verlorener Erbe kehrt in seine Heimat zurück, stellt sich seiner Vergangenheit und wächst über sich hinaus, um das Böse zu besiegen. Neu ist das nicht. Entscheidend ist jedoch, dass der Film diese vertrauten Elemente mit ausreichend Überzeugung präsentiert. Die emotionale Reise Adams funktioniert, die Beziehungen zwischen den Hauptfiguren entwickeln sich nachvollziehbar, und die zentralen Themen Verantwortung, Identität und Opferbereitschaft werden konsequent durch die gesamte Handlung getragen.
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Dies gelingt nicht zuletzt durch die überzeugende Besetzung. Nicholas Galitzine steht vor der schwierigen Aufgabe, sowohl den zweifelnden Prinzen Adam als auch die ikonische Heldenfigur He-Man glaubhaft zu verkörpern. Diese Herausforderung meistert er überraschend souverän. Auch Camila Mendes und Idris Elba überzeugen in Nebenrolle, die eine angenehme Eigenständigkeit bewahren und nicht bloß dazu dienen, den Weg des Helden zu begleiten.
„Masters of the Universe“ ist ein visuell beeindruckendes Fantasy-Abenteuer, das seine ikonische Welt mit viel Liebe zum Detail auf die Leinwand bringt. Der Film respektiert seine Vorlage, unterwirft sich ihr aber keineswegs. Travis Knight gelingt es, die über vier Jahrzehnte alte Marke in die Gegenwart zu holen und gleichzeitig jene Elemente zu bewahren, die He-Man und seine Welt für Generationen von Fans so faszinierend gemacht haben. Die eindrucksvolle Inszenierung, die fantastische Musik und die mit viel Liebe gestaltete Welt machen „Masters of the Universe“ zu einem Abenteuer, das sein Publikum über weite Strecken in seinen Bann zieht.
„Masters of the Universe“ startet am 04. Juni 2026 in den deutschen Kinos.